Promotionskolleg "International-vergleichende Forschung zu Bildung und Bildungspolitik im Wohlfahrtsstaat"

 

Kooperation: Hans-Böckler-Stiftung (finanzielle und ideelle Förderung) und Eberhard Karls Universtität Tübingen

 

Betreuer und beteiligte Institute:

 

Sprecher: Prof. Dr. Josef Schmid

 

Info-Material: Flyer  Poster

 

Bildungspolitik hat in Deutschland in den letzten Jahren einen enormen Bedeutungszuwachs erhalten. In der klassischen Fokussierung des Bildungsthemas auf die Entwicklung des Individuums und die Realisierung von „Bildung als Bürgerrecht“ ist Bildungsreform gleich Sozialreform (vgl. Opielka 2005). Bildungspolitik lässt sich dabei als Teil des wohlfahrtsstaatlichen Arrangements verstehen, dessen Versagen eine wesentliche Ursache für Armut darstellt (Allmendinger/Leibfried 2003; Schmid 2002, 2008). Mittlerweile hat sich in der Bildungspolitik allerdings ein Paradigmenwechsel vollzogen. Bildung und Wissen werden heute als elementar bedeutsame Ressourcen des Wirtschaftsstandorts Deutschland betrachtet (Fuchs/Reuter 2000: 14f.). Damit zielen die jüngsten Reformen des Bildungswesens vor allem auf die Gewährleistung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit im globalen Wettbewerb.

 

Dieser Wandlungsprozess führt dazu, dass die nationale Bildungspolitik, als Ausdruck der „nationalen Bildungssouveränität“ (Mitter 2006), zunehmend in den Einflussbereich inter- bzw. transnationaler Akteure in so genannten „neuen Bildungsarenen“ (Martens/Rusconi/Leuze 2007) gerät. Hinter diesen Strukturen stecken komplexe Interaktionsgeflechte, an denen neben den nationalen bildungspolitischen Akteuren im engeren Sinne auch intermediäre Instanzen wie Gewerkschaften, Verbände und Vertreter der Zivilgesellschaft beteiligt sind (Amos/Radtke 2007; Soguel/Jaccard 2008). Die dabei entstehenden neuen Anforderungen an die Bildungspolitik korrespondieren mit der Entwicklung neuer Governance-Strukturen, die durch einen Formwandel von einer rechtlich basierten Normsetzung hin zu einer Koordination vertraglicher Vereinbarungen gekennzeichnet sind (Schrader 2008). Als handlungsleitend erweisen sich dabei nicht zuletzt universalisierte Rationalitätsvorstellungen sowie global diffundierende Werte und Normen (Meyer/Ramirez 2000). 

 

Kollegbeschreibung:

Das interdisziplinäre Promotionskolleg der Hans-Böckler-Stiftung und der Eberhard-Karls-Universität Tübingen beschäftigt sich in einer international-vergleichenden Perspektive mit dem Zusammenhang zwischen Steuerungs- und Governance-Praxen sowie Strukturen und Prozessen in ausgewählten Bildungsbereichen (frühkindliche Bildung, Schule, Hochschule, duale Ausbildung, Weiterbildung, Körper- und Gesundheitsbildung). Theoretisch orientiert sich das Promotionskolleg an international-vergleichenden Studien und neueren Konzepten zur Steuerung bzw. zur Governance von Bildungssystemen (Altrichter u.a. 2007; Kussau/Brüsemeister 2007).

 

 

 Sprecher des KollegsKontaktBesucheradresse

Prof. Dr. Josef Schmid

Tel.: 07071-29 77957

E-Mail: 
josef.schmid(at)uni-tuebingen.de   

 

 

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promotionskolleg-bildung@ws.uni-tuebingen.de

Mohlstraße 36

Raum 402

72074 Tübingen